DPolG: Für uns ist der G20-Gipfel noch lange nicht zu Ende!

Kein „Weiter so“! Keine Worthülsen! Keine leeren Versprechungen!

Seit dem Beginn der BAO Michel, also seit dem 22. Juni bis heute, haben wir 476 verletzte Kolleginnen und Kollegen zu verzeichnen, einige davon schwer! Das ist unter anderem ein Fakt, der die Dimension und die Härte dieses Polizeieinsatzes deutlich macht. Selbstverständlich begrüßen wir, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, unmittelbar und sehr kurzfristig angekündigt, nach Hamburg reiste, um verletzte Kolleginnen und Kollegen zu besuchen und mit Einsatzkräften zu sprechen. Das macht aber zugleich deutlich, welcher Schock in die Politik fuhr, als die Bilder eines brennenden Hamburgs um die Welt gingen.

Wir erwarten endlich: Anerkennung! Wertschätzung! Respekt!

Während der heutigen Pressekonferenz hat Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) unter anderem eine Regierungserklärung zum G20-Gipfel und den gewalttätigen Ausschreitungen angekündigt. Bei der politischen Nachbereitung des G20-Gipfels sollte es allerdings auch ganz wesentlich auf diejenigen ankommen, die diesen Einsatz geschultert und aktuell immer noch zu bewältigen haben. Hamburg wollte Gastgeber eines weltpolitischen Ereignisses sein und erlebte eine nie dagewesene Gewaltorgie! Mittendrin unsere Kolleginnen und Kollegen! Dankesworte reichen da nicht! Deshalb schlägt die DPolG Hamburg vor, dass die Hamburgische Bürgerschaft als Anerkennung für die geleistete Arbeit der Polizeibeschäftigten beschließt:

  • Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizei Hamburg, die während des G20-Gipfels im Dienst waren, erhalten eine Prämie von 500 Euro oder je nach Wunsch drei Tage zusätzlichen Urlaub, verletzte Kollegen sollen auf Wunsch fünf Tage Zusatzurlaub bekommen!

Das wäre eine erste ad hoc Anerkennung und Ausdruck einer besonderen Wertschätzung von Senat und Bürgerschaft, die sich auch in Euro bemisst und den Kolleginnen und Kollegen unmittelbar zu Gute kommt!

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PRESSEMITTEILUNG

G20: „Gewalt-Event“ überschattet politisches Gipfeltreffen

Die frühen Warnungen der DPolG Hamburg vor Gewaltexzessen und schwersten Straftaten beim G20-Gipfel wurden von Senat als „Horror-Szenarien“ und „Verantwortungslosigkeit“ gegeißelt! Unsere schlimmsten Befürchtungen sind nun eingetreten!

Bereits am 12. April dieses Jahres, also knapp drei Monate vor dem G20-Gipfel, hat die DPolG Hamburg in einer Pressemitteilung vor massiven gewalttätigen Ausschreitungen gewarnt und Justizsenator Till Steffen (Bündnis 90/Die Grünen) für seine Aussage, dass es keine Demo-Verbotszone in Hamburg geben soll, scharf kritisiert!

Zitate aus der PM vom 12.04.2017

„Mit dieser Entscheidung, Demonstrationen jedweder Art und Größe in Hamburg zuzulassen maßregelt der Senat die Polizei und lädt Linksterroristen geradezu ein, die Stadt auseinanderzunehmen. Kein noch so großes Polizeiaufgebot kann dies in einer Millionenmetropole verhindern. Offenbar ist weder dem Ersten Bürgermeister noch den verantwortlichen Senatoren bewusst, was da Anfang Juli auf Hamburg tatsächlich zukommt.“

„Wer übernimmt die Verantwortung, wenn wortwörtlich Teile Hamburgs brennen oder die gesamte Mönckebergstraße entglast wird?“

„Beim G20-Gipfel werden meinen Kolleginnen und Kollegen zu allem entschlossene Linksextremisten gegenüber stehen, für die Gewalt ein legitimes Mittel des politischen Kampfes ist.“

Nach diesen Aussagen hagelte es Kritik von SPD und Bündnis90/Die Grünen sowie von Teilen der Hamburger Medien. SPD-Fraktionschef Dr. Andreas Dressel zeigte kein Verständnis für derartige Aussagen. „Das sind Horrorszenarien, die Sie verbreiten.“ Quelle: www.abendblatt.de, 12.04.2017

Auch Antje Möller (Bündnis 90/Die Grünen), Bürgerschaftsvizepräsidentin und innenpolitische Sprecherin ihrer Fraktion, ereiferte sich: „Sie reden ein Szenario herbei, das keiner will und keiner erwartet“, sagte sie. Wer drei Monate vor dem G20-Gipfel vom „brennenden Hamburg“ schwadroniere, wer davon spricht, dass die „Mönckebergstraße entglast“ wird (…) handele verantwortungslos, so Möller.                                             Quelle: www.abendblatt.de, 12.04.2017

Die sicherheitspolitischen Aussagen der DPolG-Vorsitzenden zum G20-Gipfel wurden als ein vollkommen abwegiges und eskalierendes Drama-Szenario dargestellt! Das alles wird in unserer weltoffenen, liberalen und bunten Stadt nicht passieren. Jetzt ist es passiert –  und nun?

Dazu Joachim Lenders, Landeschef der DPolG Hamburg:

„Heute, am Morgen des 8. Juli 2017, erleben die Bürger ihr Hamburg als Synonym für eine verwüstete Stadt. In den vergangenen zwei Tagen und Nächten haben Linksextremisten einen Stadtteil zerlegt, der nun wie ein unwirtliches Bürgerkriegsgebiet aussieht und unter anderem Autos in zweistelliger Anzahl abgefackelt wurden. Schwerste Straftaten, wie unter anderem gefährliche Körperverletzungen, Landfriedensbruch und Brandstiftungen, wurden durch marodierende Horden linksextremistischer Gewalttäter begangen. Diese Bilder gingen um die Welt und haben den G20-Gipfel nicht nur überschattet, sondern aus Hamburger Sicht zur Nebensächlichkeit schrumpfen lassen.

Wenn der Erste Bürgermeister, Olaf Scholz (SPD) im Vorfeld des G20-Gipfels von einem „etwas größeren Hafengeburtstag“ spricht, dann wird er diese Worte heute zwar bereuen, sie offenbaren jedoch eine Naivität und Laxheit, die viele Diskussionen zu Sicherheitsaspekten des G20 dominierten. Denn es geht ja nur um Linksextremismus. Nein, Linksterroristen haben die ihnen präsentierte Weltbühne genutzt, um ihre Gewalt- und Aggressionsbereitschaft sowie ihren Hass auf unsere Demokratie und auf meine Kolleginnen und Kollegen auszuleben. An dieser Tatsache gibt es nichts zu beschönigen. Hamburgs Ruf ist schwer beschädigt und mit dieser Hypothek wird unsere Stadt lange zu kämpfen haben.

Die Polizei hat getan, was sie tun konnte! Fast 200 verletzte Polizeibeamte, einige davon schwer, sprechen eine deutliche Sprache! Ich danke meinen Kollegen für ihre unermüdliche und an die Grenzen jedes Einzelnen gehende Einsatzbereitschaft. Alle mögen wieder schnell und vollständig genesen. Im Nachgang des G20 wird gerade auch in Hamburg viel zu diskutieren sein!

Die DPolG wird sich einem konstruktiven Diskurs nicht verschließen. Allerdings gelten wir für den gegenwärtigen Senat als Verbreiter von „Horror-Szenarien“ und „verantwortungsloser Schwadroneur“ – mit diesen Vorwürfen können wir (!) sehr gut leben. Denn für die Deutsche Polizeigewerkschaft ist Linksextremismus eben kein „aufgebauschtes Problem“, wie die jetzige Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD) einmal verniedlichend bemerkte.“

Joachim Lenders, Landesvorsitzender

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PRESSEMITTEILUNG

Gewalt, Hass und Zerstörung – mehr als 75 verletzte Polizeibeamte

G20: DPolG verurteilt gewalttätige Ausschreitungen bei der „Welcome to hell“-Demonstration auf das Schärfste!

Wer das Demonstrationsrecht missbraucht, um vom Hass gesteuerte Gewalttaten zu begehen, ist kein „Protestler“ oder „Aktivist“, sondern ein Straftäter und wird ohne „Wenn und Aber“ zur Rechenschaft gezogen! Das ist die Aufgabe der Polizei und dieser Verpflichtung kommen wir nach, denn nur so kann der Rechtsstaat „funktionieren“.

Was viele Hamburger Bürgerinnen und Bürger befürchtet haben und die Polizei Hamburg erwartet hat, ist auf der seit Monaten von Linksautonomen befeuerten „Welcome to hell“-Demonstration bittere Wahrheit geworden! Rund 1.000 gewaltbereite Linksautonome haben sich zu einem „Schwarzen Block“ zusammengeschlossen, mit dem einzigen Ziel, aus der Demonstration heraus Gewalttaten zu verüben, Polizisten und Unbeteiligte anzugreifen.

„Welcome to hell“ hat die Maske fallen lassen! Von Beginn an war diese „Demonstration“ ein geplantes und entsprechend vorbereitetes „G20-Gewalt-Event“ und es war richtig, dass die Polizei von dieser Lageeinschätzung ausging! Mit einer menschenverachtenden Gewaltorgie wurden die eingesetzten Polizeikräfte im Laufe der Ausschreitungen mit Steinen, Pyrotechnik und sonstigen als Wurfgeschosse geeigneten Gegenständen angegriffen. Erhebliche Sachbeschädigungen sind leider zu verzeichnen gewesen. Dank der großen Polizeipräsenz und des umsichtigen, entschlossenen und konsequenten Handelns der Polizei, konnten die massiven Ausschreitungen und Brandstiftungen räumlich zumindest in ihren Auswirkungen begrenzt werden.

Dazu der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft Hamburg (DPolG), Joachim Lenders: „Am gestrigen Tag und im Laufe der Nacht haben die linksextremistische Szene, ihre Unterstützer und Sympathisanten gezeigt, worum es ihnen in Wirklichkeit beim Protest gegen den G20-Gipfel geht: um die gewaltsame Bekämpfung unserer Demokratie, des parlamentarischen Systems und des Rechtsstaats! In ihrer ideologischen Verblendung, sind Polizisten die Verkörperung des ‚Schweinesystems‘, das sie zutiefst hassen und überwinden wollen. Massive gewalttätige Angriffe auf Polizeibeamte und Polizeifahrzeuge kennen wir aus Diktaturen und instabilen Demokratien und seit gestern sind diese Bilder leider auch wieder aus Hamburg zu sehen gewesen. Wer Gewalt ausübt oder der Gewalt das Wort redet stellt sich selbst ins Abseits und wird von unserem Rechtsstaat zur Verantwortung gezogen, das sind die demokratischen Spielregeln! Es ist ausschließlich meinen Kolleginnen und Kollegen zu verdanken, dass die Hamburger Innenstadt gestern unbehelligt blieb!“

Die DPolG Hamburg bedankt sich bei allen eingesetzten Kolleginnen und Kollegen für ihre professionelle Arbeit und ihr Durchhaltevermögen bei einem schwierigen und sensiblen Großeinsatz. Den verletzten Kolleginnen und Kollegen wünschen wir eine schnelle und vollständige Genesung!

Hier Pressemitteilung als Download

Nachdem am gestrigen Tage bekannt geworden ist, dass es Unregelmäßigkeiten im ZAF bei der psychologischen Eignungsuntersuchung gegeben hat, plant die Dienststelle die Zugangsklausuren neu durchführen zu lassen. 

Der DPolG Hamburg ist es wichtig, dass ihren betroffenen Mitgliedern nun schnelle Hilfe zuteilwird. Der Landesvorstand hat heute beschlossen, einen Juristen mit der Prüfung des Sachverhaltes zu beauftragen. Selbstverständlich sind unsere Mitglieder darüber hinaus über den DPolG-Rechtsschutz abgedeckt.

Für das weitere Verfahren wird der stellvertretende Landesvorsitzende Freddi Lohse die Koordinierung übernehmen. Für eine Kontaktaufnahme sendet uns bitte eine E Mail an folgende Adresse:

dpolg@dpolg-hh.de

In der Betreffzeile vermerkt bitte das Kennwort LA II und euren Namen

Wir werden uns dann umgehend mit euch in Verbindung setzen. 

Der Landesvorstand, Hamburg, den 30.06.2017

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Der Fachbereich Schutzpolizei gibt bekannt, dass aufgrund der Einsatzlage
die für den 22.06.2017 um 16.00 Uhr angekündigte Fachbereichssitzung ausfällt.

Die nächste Sitzung findet dann am 13.07.2017 wie gewohnt um 16.00 Uhr
in der Geschäftsstelle der DPolG Hamburg, Holzdamm 18 (ggü Hotel Atlantik) statt.

Am 3. Mai hat der Fachbereich Wasserschutzpolizei der DPolG Hamburg ein Tagesseminar in unserer Geschäftsstelle durchgeführt. Fachbereichsvorsitzender Frank Riebow konnte dabei zunächst den Leiter der Wasserschutzpolizei, LPD Karsten Witt, begrüßen. Der Chef der Hamburger Wasserschützer unterstrich dabei unter anderem die besondere fachliche Bedeutung der Wasserschutzpolizei innerhalb der Polizei Hamburg. Dieses Alleinstellungsmerkmal ist keine Selbstverständlichkeit, hier gilt es, den professionellen Anspruch sowie das Selbstverständnis der WSP auch zukünftig durch eine intensive Fortbildung zu festigen. Nur so kann man nachhaltig mit der Berufsschifffahrt auf Augenhöhe sein.

Zum „Dauerbrenner“ ProBeSt referierte Björn Schüning und am Nachmittag haben die Seminarteilnehmer das Marine Training Center (MTC) besucht und sich als Brückenbesatzung im Schiffsführungssimulator versucht. Dafür ein herzlicher Dank an das Team des MTC!

Auf Einladung der CDU-Bürgerschaftsfraktion haben gestern Abend Landesvorsitzender Joachim Lenders, Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD) und Dr. Nikolas Hill von der Initiative „Haltung.Hamburg“ über das Gipfeltreffen diskutiert. Moderiert wurde die anderthalbstündige Veranstaltung von CDU-Fraktionschef André Trepoll.

Hamburger Polizei vor der größten Herausforderung ihrer Geschichte

Joachim Lenders erläuterte den zahlreichen Gästen im Kaisersaal des Rathauses unter anderem, dass für die Kolleginnen und Kollegen der Hamburger Polizei sowie vieler auswärtiger Einsatzkräfte der G20-Gipfel bereits begonnen hat. Die personalintensiven Objektschutzmaßnahmen führen die Polizei weit im Vorfeld des Gipfeltreffens ans Limit und sind für alle Kollegen sehr belastend. Alarmdienste und 12-Stunden-Schichten sind die Regel und keine Ausnahme. „Als Polizeigewerkschafter ist es meine Aufgabe immer wieder darauf hinzuweisen. Unsere Hamburger Kollegen brauchen eine spürbare Entlastung und diese Unterstützung kann in erster Linie nur durch auswärtige Kräfte erfolgen, schließlich ist der G20 kein Hamburger Gipfel, sondern ein politisches Spitzentreffen in der Verantwortung der Bundesregierung“, so Joachim Lenders weiter.

Am 22. Februar 2017 forderte die DPolG Hamburg die Dienststelle auf, für alle geschlossenen Einheiten inklusive der AAH, Brandschutzhauben einzuführen.

Die Brandschutzhauben sollen schwere Gesichtsverletzungen durch Flammen verhindern und einzig dem Arbeitsschutz dienen und ausdrücklich nicht dem Identitätsschutz.

In einer Schriftlichen Kleinen Anfrage des Bürgerschaftsabgeordneten Dennis Gladiator (CDU) vom 5. April 2017 und der Antwort des Senats

− Drucksache 21/8615 − am 11. April 2017 wurde bestätigt, dass bei der Polizei Brandschutzhauben verfügbar sind.

Um alle geschlossenen Einheiten ausstatten zu können, wird der Bestand derzeit erweitert.

Die DPolG Hamburg begrüßt diese Entscheidung und wird jetzt darauf achten, dass alle geschlossenen Einheiten auch tatsächlich zeitnah ausgerüstet werden.

Spätestens zum stattfindenden G20-Gipfel im Juli, zu dem bereits gewaltbereite Gruppen zu Demonstrationen aufrufen und kursierenden Mobilisierungsvideos im Internet erkennen lassen, dass sich diese Gruppen auch nicht davor scheuen, Polizeikräfte mit Brandsätzen zu attackieren, müssen alle Kolleginnen und Kollegen mit einer Brandschutzhaube ausgestattet sein!

DPolG Hamburg – sich kümmern statt reden!

Der Landesvorstand                                                                 Hamburg, 21.4.2017

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Terror, G20: Noch nie gab es für Hamburgs Sicherheitskräfte so große Herausforderungen – wann handelt die Politik?

Zuerst erschienen als Gastbeitrag von Joachim Lenders, Landesvorsitzender der DPolG Hamburg, im Hamburger Abendblatt am 16. April 2017

Die Herausforderungen an die Sicherheitsbehörden sind dramatisch gestiegen: Terroranschläge wie auf den Berliner Weihnachtsmarkt, zunehmender politischer Extremismus, religiöse Fanatiker, die Flüchtlingskrise, Cyberkriminalität, organisierte Kriminalität, zunehmende Alltagskriminalität wie Einbrüche und so weiter und so fort.

Vor diesem Hintergrund sollte man annehmen, dass die Polizei Hochkonjunktur hat und fast alles möglich gemacht wird, um optimale Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Sicherheit der Menschen gewährleistet werden kann. Weit gefehlt – zumindest wenn man den Blick auf eine Millionenmetropole wie Hamburg richtet.

Da wird das Projekt „Einstellungsoffensive EO300+“ geboren. Tatsächlich aber gibt es im Doppelhaushalt keine einzige zusätzliche Stelle für die Polizei. Die Einstellungsoffensive ist allein der Tatsache geschuldet, dass es exorbitant hohe Pensionierungsabgänge gibt, die durch zusätzliche Einstellungen kompensiert werden sollen. Über 200 Polizeivollzugsstellen sind derzeit unbesetzt, hinzu kommen etwa 70 Stellen bei den Polizeiangestellten. Und die Situation an der Polizeiakademie: vollkommen unzureichend. Es fehlen Fachlehrer, Hörsäle, Umkleideräume, Einstellungsberater, und der personalärztliche Dienst kann die Eignungsuntersuchungen nicht zeitnah durchführen. Abhilfe wäre möglich: Die demnächst frei werdende Musikhochschule in der City Nord wäre geeignet als neuer Standort für ein Polizeiausbildungszentrum, und das UKE könnte die Eignungsuntersuchungen für die Polizeianwärter übernehmen. Und warum passiert nichts? Weil niemand etwas entscheidet. Eine Einstellungsoffensive ohne Entscheidungsoffensive ist nichts wert.

Und was geschieht in einer Stadt wie Hamburg, die Anfang Juli beim G20-Gipfel vor einem der größten Polizeieinsätze ihrer Geschichte steht? Alle Beteiligten in der Polizei gehen an ihr Limit – sind engagiert, leisten unzählige Überstunden, versuchen alles möglich zu machen, um die Stadt vor Krawallen zu schützen. Und im Hintergrund agieren die politisch Verantwortlichen mit einer Lethargie, die erschreckend ist.

Wie sieht die nächste tolerante, liberale und weitsichtige staatliche Hilfestellung für militante Protestler aus? Irgendwie müssen Krawallmacher doch angemessen untergebracht werden – vielleicht in staatlich organisierten Großcamps in Parks und nicht zu weit weg vom eigentlichen Veranstaltungsort, weil zu lange Wege für Protestler nicht zumutbar sind? Bürgermeister Scholz hat mal formuliert: „Wir sind liberal, aber nicht doof!“ Es kommen einem langsam Zweifel an dieser Aussage, zumindest steht sie nicht voll im Einklang mit dem Handeln des Senats!

Die Überstundensituation in der Hamburger Polizei hält sich dauerhaft auf dem dramatisch hohen Niveau von aktuell 1.050.000 Stunden. Trotz zusätzlicher finanzieller Mittel für die Auszahlung von Überstunden wird sich die Lage weiter verschlechtern.

Ausschlaggebend hierfür sind die Vorfeldmaßnahmen des G20-Gipfels wie zusätzliche Objektschutzmaßnahmen, Demonstrationen und Veranstaltungen, Aktionen aus der linksextremistischen Szene und die sich daran anschließende komplette Urlaubssperre für die Hamburger Polizei von mehr als zwei Wochen.

Hinzu kommt, dass sich die Polizei vor dem Hintergrund der terroristischen Bedrohungsszenarien bei Großereignissen wie dem Hafengeburtstag, dem Alstervergnügen oder sportlichen Veranstaltungen sich ebenfalls neu aufstellen muss. Hier wird es zu Veränderungen kommen, die natürlich nur einhergehend mit einem deutlich gestiegenen Personalansatz zu bewältigen sind. Die Frage ist nur: Wie soll das noch bewerkstelligt werden? Meine Kolleginnen und Kollegen sind auch Mütter, Väter, haben Freunde, haben Anspruch auf ein soziales Umfeld, ein Privatleben.

Ich sage es so, wie viele Polizisten es mittlerweile denken, fühlen und spüren: Es reicht! Wir sind am Limit angekommen. Es muss sich etwas ändern, und nicht nur in „Sonntagsreden“, sondern spürbar und nachhaltig. Ansonsten werden die Auswirkungen eines solchen unverantwortlichen Verhaltens Konsequenzen nach sich ziehen.

Joachim Lenders (CDU) ist Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft

In gut drei Monaten beginnt der G20-Gipfel, der für alle Beschäftigten der Hamburger Polizei und der sie unterstützenden Kräfte aus den anderen Bundesländern und der Bundespolizei ein extrem belastender (!) Einsatz werden wird.

Doch bereits jetzt sind die Kolleginnen und Kollegen der Polizei Hamburg über Gebühr gefordert und schon nicht mehr an ihrer Leistungsgrenze, sondern bereits darüber hinaus. Der Aufruf der AAH, Eingriffe in die dienstplanimmanente Freizeit, die der Erholung vom Schichtdienst dienen soll und das Streichen von freien Wochenenden sind der Regelfall geworden und schon längst nicht mehr die Ausnahme. Doch geschieht dies nicht anlässlich von Sondereinsätzen wie Demonstrationen oder ähnlichen Großveranstaltungen, sondern für Objektschutz und Regeldiensten wie z. B. dem Sicherheitskonzept St. Pauli oder der Einsatzlage anlässlich der Osterfeuer.

In einem Erlass des Personalamtes vom Mai 2006 bezüglich der Anordnung des Alarmdienstes 1 heißt es unter anderem: „In einem erheblichen körperlichen und geistigen Anforderungen hinsichtlich der öffentlichen Sicherheit unterliegenden Arbeitsbereich wie dem der Polizei, erlangt der Gesundheitsschutz über die Binnenwirkung für die Beamten hinaus eine Außenwirkung, weil bei Fehlern durch Überbeanspruchung im schlimmsten Fall die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet würde.“

Diesen für die Kolleginnen und Kollegen der Polizei Hamburg unzumutbaren und gesundheitsgefährdenden Bedingungen noch weitere drei Monate zuzusehen erteilt die DPolG Hamburg eine klare Absage!

Die DPolG Hamburg fordert Innensenator Andy Grote (SPD) und die Polizeiführung auf, für G20-Vorfeldmaßnahmen deutlich mehr auswärtige Kräfte aus Bund und Ländern anzufordern! Hier müssen auch auf ministerieller Ebene zielführende Gespräche geführt werden, denn die Durchführung des G20-Gipfels liegt zuerst in der Verantwortung der Bundesregierung. Die Gewährleistung der Sicherheit des G20-Gipfels kann keine alleinige Hamburger Aufgabe sein und schon gar nicht über Monate hinweg!

Wenn Alarmdienst zum Regeldienst wird und die Ausnahme zum Alltag, dann ist es die Aufgabe des Innensenators sich schützend vor die Polizei zu stellen! Hier nutzt kein Schulterklopfen, kein noch so gut gemeintes Dankeschön, hier und jetzt hilft nur mehr Personal!

Des Weiteren ist vor dem Hintergrund der beschriebenen Situation kritisch zu prüfen und zu hinterfragen, inwieweit regelhafte Aufgaben zwingend notwendig und durchzuführen sind, oder ob man sie zugunsten der Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen temporär vernachlässigen kann.

Bei gleichbleibender Belastungssituation der Kolleginnen und Kollegen erscheint es mehr als fraglich, ob in drei Monaten noch genügend Kräfte zu Verfügung stehen, wenn der G20-Gipfel beginnt.  

Der Landesvorstand                                                                 Hamburg, 13.4.2017

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